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3 SAT online / TV (05 / 2005) Beruhigt in den Urlaub fahren

Haushüter-Agenturen passen auf das Anwesen auf

Ein Urlaub kann für so manches Problem sorgen: Wer pflegt das Haustier? Wer gießt die Blumen, sieht nach dem Garten und nimmt die Post entgegen? Wer kümmert sich um im Haus lebende Großeltern? Ganz zu schweigen davon, dass man das Haus mit seinen Wertsachen sowieso nicht gerne allein lässt. Die Lösung ist zum Beispiel ein Haushüter, der nach dem Rechten sieht.

Während man verreist ist, wohnen Haushüter im Haus und kümmern sich um alles. Über den Verband Deutscher Haushüter-Agenturen kann man sich direkt an eine der 23 in Deutschland bestehenden Agenturen wenden und dort nach einem passenden Haushüter für die Ferien suchen. Das Leistungsangebot ist breit gefächert, es reicht von der Tierbetreuung über die Büro- bis hin zur Personenbetreuung.

Voraussetzung ist, dass der oder die Haushüter (es kann auch ein Paar sein) im Haus wohnen. Zur Grundleistung gehören zum Beispiel die Fütterung und das Ausführen der Tiere, die Versorgung von Pflanzen in Haus und Garten, die Kontrolle der Haustechnik, die Annahme von Telefongesprächen oder das Sortieren eingehender Post. Im Winter kommt auch das Schneeschippen hinzu.

Die Aktivitäten erstrecken sich über den Tag und werden nach vorgegebenen Checklisten geleistet. Streicheleinheiten für das Haustier verstehen sich von selbst. Zusatzleistungen, etwa ein Tierarztbesuch, werden separat berechnet. Kontrollgänge durch das Haus sind fester Bestandteil der Dienstleistung. Kommen ab und zu Putzfrau und/oder Gärtner ins Haus, so kann das unter Aufsicht des Haushüters auch während des Urlaubs geschehen.

Eine besondere Leistung ist die Personenbetreuung. Manchmal bleiben Kinder oder Senioren allein zu Hause zurück. Die Haushüter, in diesen Fällen meistens ein Ehepaar, kümmern sich dann um die Mahlzeiten, leisten Gesellschaft und achten zum Beispiel bei älteren Menschen auf die regelmäßige Einnahme von Medikamenten. Pflege- und Putzdienste sind allerdings ausgeschlossen.

Damit keine Probleme entstehen, werden die einzelnen Situationen und Leistungen vorher genau besprochen und vertraglich festgehalten. Zum besseren Kennenlernen gibt es Vorbesichtigungen und Gespräche.

Vom Haushüter wird verlangt, dass er sich der fremden Umgebung anpassen kann - das heißt, er muss pfleglich mit dem ihm anvertrauten Inventar umgehen. Als Haushüter werden ausschließlich Pensionäre oder Frührentner eingesetzt, die nach einer angemessenen und verantwortungsvollen Freizeitbeschäftigung beziehungsweise Aufgabe suchen.

Sie sollen ihren Job mit Sorgfalt und Freude ausüben und werden entsprechend ihrer Erfahrung eingesetzt. Jeder Haushüter muss einen Nachweis erbringen, dass er finanziell unabhängig und nicht auf die Einkünfte angewiesen ist. Der Haushüter erhält von seiner Agentur kein Gehalt, sondern nur ein "Taschengeld", ist aber in vollem Umfang versichert.

Der Reiz für Haushüter liegt in der Regel darin, sich in ähnlicher Umgebung wie zu Hause mal einen Tapetenwechsel zu gönnen - "Urlaub" in einer anderen Stadt, aber letztlich doch "daheim". Oft schätzen Haushüter auch den Umgang mit Tieren, die sie selbst nicht oder nicht mehr halten können.

Haushüter sollen zirka 20 Stunden pro Tag im Haus anwesend sein. Daher brauchen sie ein separates Zimmer und ausreichende Sanitäreinrichtungen. Sie dürfen sich frei im Haus bewegen, also Fernseher, Küche (sie verpflegen sich auf eigene Kosten), Garten oder Schwimmbad (nach Absprache) benutzen.

Haushüter werden im Rahmen der gesetzlichen Regelung für geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer ("400-Euro-Gesetz") entlohnt. Der Tagessatz für einen Haushüter liegt bei rund 50 Euro. Sonderleistungen kosten extra. Die Aufwendungen für Haushüter kann man als "haushaltsnahe Dienste" teilweise von der Steuer absetzen.

Filmbericht zu dieses Artikels: http://www.3sat.de/3sat.php?/tips/domizil/79352/index.html

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