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Die Glocke (06.05.2006) Wohl behütet

Professionelle Beschützer:
Gute Geister für Haus und Tier

Endlich Ferien - fern vom Alltag und von den eigenen vier Wänden! Aber manchmal trübt ein unangenehmer Gedanke den blauen Urlaubshimmel: Räumen in der Heimat vielleicht gerade Einbrecher die besten Stücke aus dem Haus? Vertrocknen die Blumen, quillt der Briefkasten über? Wer sein Hab und Gut während der Reise nicht allein lassen will, der kann Haus oder Wohnung und sogar das geliebte Haustier einem Haushüter anvertrauen. Immer mehr Deutsche machen mittlerweile davon Gebrauch.

Die Idee kam Mitte der 1980er-Jahre aus den USA und wird inzwischen auch hierzulande rege genutzt. Im Verband Deutscher Haushüter-Agenturen e. V. (VDHA) haben sich behördlich zugelassene Agenturen zusammengeschlossen, die diese Bewacher auf Zeit vermitteln. Meist sind das rüstige Rentnerinnen und Rentner, die für die vereinbarte Zeit ins zu bewachende Heim übersiedeln. 300.000 Tage waren diese guten Geister laut Statistik des VDHA im Jahr 2005 im Einsatz.

Einem fremden Menschen für zwei, drei Wochen Haus oder Wohnung zu überlassen, ist nicht jedermanns Sache. Deshalb wird der Hüter mit dem Besitzer bekannt gemacht, bevor er in das Haus einzieht. Bei dieser Gelegenheit wird auch besprochen, welche Arbeiten der "Homesitter" übernehmen soll. Grundsätzlich ist er nur dafür zuständig, das anvertraute Objekt zu betreuen, den Briefkasten zu leeren und die Blumen zu gießen. Nur drei Stunden am Tag und eine Stunde in der Nacht darf er das Haus verlassen - das ist vertraglich festgelegt.

Zu den Aufgaben der Haushüter gehört aber auch die Bewahrung des zu betreuenden Objektes vor Schädern jeglicher Art. In Notfällen wenden sich die Bewohner auf Zeit - je nach Lage - an die Polizei, die Feuerwehr, den Installateur, den Tierarzt oder andere Hilfsdienste.

Der Rund-um-die-Uhr-Service kostet den Kunden etwa 50 Euro pro Tag. Für das Betreuen von Haustieren kommen fünf Euro bei einem Hund und zwei Euro bei einer Katze hinzu. Die professionellen Haushüter können für einzelne Tage oder wochenweise gebucht weren. Interessant ist der Service auch für Reisende, die Angehörige zu Hause lassen. Ein Haushüter kann nach vorheriger Absprache beispielsweise deren Betreuung übernehmen. So fungiert er manchmal auch als Babysitter, wenn Mama und Papa unterwegs sind. Der Preis hierfür wird individuell geregelt.

Haushüter zu buchen, spart zudem Steuern. Denn das Haushüten gilt als haushaltsnahe Dienstleistung. Wer einen Haushüter in Anspruch nimmt, der bekommt eine den Steuervorschriften entsprechende Rechnung. Mit dieser Rechnung und dem Zahlbeleg können 20 Prozent des Rechnungswertes (maximal 600 Euro im Jahr) von der festgesetzten Einkommensteuer abgesetzt werden.

Die Agenturen gelten inzwischen als gesetzlich zugelassene Bewachungsunternehmen. Es werden nur Leute beschäftigt, die ein polizeiliches Führungszeugnis vorweisen können. Außerdem haben seriöse Haushüter-Vermittlungen ihre Mitarbeiter versichert. Wenn dann versehentlich eine Vase zu Bruch geht, kommt die Betriebshaftpflicht-Versicherung für den Schaden auf.

Neben den der VDHA angeschlossenen Agenturen gibt es zahlreiche weitere Haushüterdienste. Über solche Unternehmen sollten Hausbesitzer allerdings vorher Informationen einholen. Auskunft über Agenturen in ihrem Zuständigkeitsbereich geben beispielsweise die örtlichen Polizeistationen.

Infos: Verband Deutscher Haushüter-Agenturen e. V., VDHA, Feldkamp 4, 48165 Münster, Telefon (0 25 01) 71 71, und im Netz unter www.haushueter.org. (srt)

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