Springen Sie direkt:


Gut betreut und Steuern gespart Aktuelle Entscheidung aus dem Steuerrecht

Der Fall: Die verheirateten Kläger ließen sich während ihres Urlaubs ihre Hauskatze von einem Tier- und Wohnungsbetreuung spezialisierten Unternehmen in ihrer Wohnung betreuen.
Das Unternehmen stellte ihnen dafür 300 Euro in Rechnung. In ihrer Steuererklärung beantragten die Kläger für die Betreuungskosten eine Steuerermäßigung nach § 35a EStG, was das Finanzamt ablehnte.

Die Rechtslage: Nach § 35a Abs. 2 Satz 1 EStG ermäßigt sich die Einkommensteuer auf Antrag des Steuerpflichtigen um 20 Prozent, höchstens 4000 Euro, der Aufwendungen für die Inanspruchnahme von haushaltsnahen Dienstleistungen. Für Handwerkerleistungen gilt gemäß § 35 a Abs. 3 EStG eine besondere Regelung.

Die Entscheidung: Der BFH hat den Klägern mit Urteil vom 3. September 2015 (Az. VI R 13/15) recht gegeben. Die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen nach § 35a Abs. 2 EStG ist, so das Gericht, für Dienstleistungen zu gewähren, die eine hinreichende Nähe zur Haushaltsführung aufweisen. Eine solche Nähe bestehe insbesondere bei hauswirtschaftlichen Verrichtungen, die normalerweise durch Mitglieder des Haushalts oder entsprechend Beschäftigte erledigt würden und regelmäßig anfielen. Da Tätigkeiten wie das Füttern, die Fellpflege, das Ausführen und sonstige Beschäftigungen des Tieres regelmäßig anfielen und typischerweise durch den Steuerpflichtigen selbst oder andere Haushaltsangehörige erledigt würden, gehöre die Versorgung und Betreuung eines Haustieres im Haushalt des Steuerpflichtigen zu den haushaltsnahen Dienstleistungen, für die die Steuerermäßigung in Anspruch genommen werden könne.

topJump