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Helfender Nachbar haftet oft nicht Ersatz nur bei grober Fahrlässigkeit

Wer im Urlaub Freunde oder Nachbarn das Haus hüten, die Blumen gießen und die Wohnung lüften lässt, erlebt manchmal eine böse Überraschung - etwa wenn die wertvolle Blumenvase nur noch aus Scherben besteht. Oder, schlimmer noch, die Wohnung "leer geräumt" ist, da die freundliche Nachbarin einmal vergessen hatte, die Terrassentür abzuschließen.

Wer haftet dann für die Schäden? Regelmäßig nicht diejenigen, die sich als - kostenlose - Helfer verdient machen wollten, dabei aber einfach ungeschickt waren. Denn wer einem anderen aus Gefälligkeit zur Seite steht, der rechnet natürlich nicht damit, dass er für Schäden aufkommen muss, die er versehentlich angerichtet hat. So haben die Gerichte regelmäßig entschieden. Ob aus moralischen Gründen doch "Ersatz geleistet" wird, ist die Frage.

Davon abzugrenzen sind Situationen, in denen die Helfer zwar nicht vorsätzlich, aber doch grob fahrlässig Schäden verursacht haben. So könnte ein Gericht durchaus zu dem Ergebnis kommen, dass ein Urlauber nicht damit rechnen muss, dass der Nachbar vergisst, den Wasserhahn zuzudrehen, was die Überschwemmung der kompletten Wohnung zur Folge hat. Oder dass er über Stunden die Tür offen stehen lässt, während er im eigenen Garten werkelt, was Dieben die Arbeit leicht macht, sich an Nachbars Schätzen zu bereichern.

Wohl dem, der als "Haushüter" für solche Fälle auf eine private Haftpflichtversicherung zurückgreifen kann, die dann einspringen wird. Wenn dem Haushüter nämlich kein Vorwurf grober Fahrlässigkeit gemacht werden könnte, müsste auch der Versicherer nicht leisten, weil es dann ja keine "Schuld" gäbe, die zu begleichen wäre - allerdings bieten einige Versicherer auch für solche Fälle Deckungsschutz an - gegen Aufpreis, versteht sich.

Und was passiert, wenn der Nachbar seine Haustiere daheim lässt, der Obhut des "Haushüters" überlässt und der helfende Nachbar von dem Tier gebissen wird? Handelt es sich um ein "Nutztier", das beispielsweise den Hof bewacht, so käme es darauf an herauszufinden, wer Schuld an dem Desaster trägt, ob der Vierbeiner zum Beispiel nicht richtig angeleint war. Ansonsten wäre es ein "Luxustier", wofür Frauchen oder Herrchen generell einzustehen haben - oder ihre Tierhalter-Haftpflichtversicherung.

Profis haften
Professionelle Haushüter haften nicht nur bei grober Fahrlässigkeit für ihre Fehler - sie werden schließlich für einwandfreie Arbeit bezahlt. Das ist so wie in jedem anderen Beruf auch.

 

(Quelle: Kölner Stadtanzeiger)

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