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Eis und Schnee - wer muss wann räumen?

Die wichtigsten Winterregeln für Hausbesitzer, Mieter und Passanten:

1. Wer muss räumen oder streuen?
Grundsätzlich ist der Eigentümer oder Vermieter für den Winterdienst zuständig. Er kann diese Aufgabe per Mietvertrag oder Hausordnung den Mietern übertragen. Dennoch bleibt der Vermieter mitverantwortlich und muss kontrollieren, ob das Räumen und Streuen auch klappt. Beruf oder Krankheit entbinden übrigens nicht von der Räumpflicht. In diesem Fall muss für Ersatz gesorgt werden.

2. Wo muss geräumt oder gestreut werden?
Schnee geschippt und bei Glätte gestreut werden muss vor allem auf dem Bürgersteig vor dem Haus. Dabei reicht es, wenn ein Streifen von ein bis 1,20 Meter Breite frei ist, so dass zwei Fußgänger aneinander vorbeikommen. Der Weg für parkende Autofahrer zum Bürgersteig braucht nicht extra geräumt werden. Auf dem Grundstück muss der Haupteingang, der Weg zu den Mülltonnen, Stellplätzen oder Garagen frei sein. Als Faustregel gilt: Streuen ist wichtiger als fegen. Granulat oder Sand sind im Interesse der Umwelt erste Wahl. Mancherorts ist Streusalz für Privatleute sogar verboten.

3. Wann muss geräumt werden?
Vor sieben Uhr und nach 21 Uhr muss in der Regel niemand mit der Schneeschippe in die Kälte. Ausnahmen gelten etwa für Gastwirte, die während ihrer Öffnungszeiten immer für freie Wege sorgen müssen. Bei Dauerschneefall oder ständigem Eisregen kann abgewartet werden, bis sich das Wetter beruhigt hat. Wenn die Witterung es verlangt, muss auch mehrmals täglich zu Schaufel und Streumittel gegriffen werden.

4. Wer kommt für Schäden auf?
Stürzt ein Fußgänger auf einem ungestreuten oder ungeräumten Weg und verletzt sich, holt sich die Krankenversicherung das Geld vom säumigen Streupflichtigen zurück. Bei Schmerzensgeldforderungen des Verletzten springt die private Haftpflichtversicherung ein. Streut der Versicherte aber nach mehreren Unfällen immer noch nicht, verliert er seinen Versicherungsschutz und muss den Schaden selbst zahlen. Doch auch Fußgänger müssen aufpassen und können nicht verlangen, dass ihnen jede kleine Eisfläche aus dem Weg geräumt wird.

5. Gut zu wissen:
Hausbesitzer, die z. B. während eines Winterurlaubes die Dienste einer VDHA-Haushüteragentur in Anspruch nehmen, brauchen sich über die ihnen gesetzlich auferlegte Räum- und Streupflicht weiter keine Gedanken machen. Während der Abwesenheit des Kunden sorgt der Haushüter stets dafür, dass die notwendigen Wege frei von Eis und Schnee bleiben. Kommt es trotz aller Sorgfalt des Haushüters dennoch einmal zu einem Schaden, haftet im Zweifelsfall die Betriebshaftpflichtversicherung der zuständigen Agentur.

(Quelle: KSTA / afp)

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